|
Seite 1 von 4 UNFÄLLE - ATOMMÜLL - TERRORRISIKO - ATOMWAFFEN Risikoreiche Atomenergie
Atomkraft birgt viele Risiken und ein Unfall mit schwersten Folgen kann niemals ausgeschlossen werden. Nach der offiziellen „Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke – Phase B“ liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU in der Europäischen Union (150 AKWS in Betrieb) bei 16 %. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, auf Anhieb eine 6 zu würfeln. Weltweit liegt das Supergau Risiko bei 40%.
Der Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 hat die Risiken der Atomkraft deutlich gemacht. Auch in Ländern, in welchen Atomkraftwerke über angeblich so hohe Sicherheitsstandards verfügen, kommt es immer wieder zu schweren Zwischenfällen und ein Unfall mit schwersten Folgen kann nicht ausgeschlossen werden.
Unfälle haben immer wieder Schwachstellen der Atomtechnik offenbart. Es hat sich gezeigt, dass es unmöglich ist, jede denkbare Gefahrenquelle von vornherein auszuschließen. Je komplexer das System, desto anfälliger ist es für Störungen. Mit zunehmender Betriebsdauer steigt überdies das Unfallrisiko. Das Restrisiko existiert weltweit in jeder einzelnen Atomanlage.
Ein Problem, das aber nach wie vor ungelöst ist, ist die Entsorgung des radioaktiven Abfalls. Radioaktiver Abfall von Atomkraftwerken ist noch Millionen Jahre strahlungsaktiv. Ein gefährliches Erbe, das wir zukünftigen Generationen, die nichts mehr von der Nutzung der Atomenergie haben werden, heute überlassen. Weiters wird für die Lagerung von hochradioaktiven Atommüll größtenteils ein Kühlsystem benötigt. Fällt dieses aus, könnte es zu einer weitaus größeren Kontaminierung der Umgebung kommen, als dies in Tschernobyl der Fall war.
Gerade in einer Zeit wo Terrorangriffe schon fast auf der Tagesordnung stehen, gibt es keinen ausreichenden Schutz gegen einen terroristischen Anschlag auf ein Atomkraftwerk.
Atomkraftwerke geben auch im Normalbetrieb Radioaktivität über Abluftkamine und Abwässer an die Umgebung ab. Studien bestätigen auch, dass es zu vermehrter Leukämie in Gebieten nahe Atomkraftwerken oder Atommülllagern kommt.
Die Erfahrung zeigt, dass sich fast täglich Zwischenfälle ereignen und oftmals wird man darüber nie oder erst verspätet erfahren.
Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der so genannten „zivilen Nutzung“ der Atomenergie und dem (eigentlichen?) militärischen Interesse. Die Staaten, die Atombomben entwickelt und gebaut haben, hatten anfangs ein ziviles Atomprogramm. Dieses zivile Programm war aber oft nur eine Tarnung für das militärische Interesse. Anhand von Atomkraftwerken verschafften sich diese Staaten den Zugang zu den erforderlichen Technologien und dem Know-how zum Bau von Atombomben. Daher erhöht sich das Risiko derVerbreitung von Atomwaffen durch die Verbreitung der Atomenergie. Durch die Liberalisierung und dem daraus folgenden Sparzwang werden in vielen Ländern auch die sicherheitstechnischen Überprüfungen in Atomkraftwerken reduziert. Aktuell sind derzeit in vielen Ländern Laufzeitverlängerungen bei Atomkraftwerken geplant. Ursprünglich wurden diese Reaktoren aber für eine wesentlich kürzere Laufzeit konstruiert. Dies birgt weitere Risiken, beispielsweise in Bezug auf Materialkorrosion. Die Atomaufsichtsbehörde IAEA ist ein Befürworter der Atomenergie und unterstützt diese wo immer dies nur möglich ist. "No matter how much we have improved over the years, an accident is always possible. To think and act as if it were not only increases the likelihood of it occurring." William Cavanaugh, Chairman of WANO (World Association of Nuclear Operators), 11 October 05
|