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EU-Kommission bewertet fehlendes Containment bei Mochovce 3 & 4 kritisch, gibt aber grünes Licht?! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von aotearoa   
15.07.2008

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Heute gab die EU-Kommission ihre „halbstarke“ Stellungnahme zum geplanten Ausbau der „Steinzeit-Blöcke“ Mochovce 3 & 4 ab und bestätigte inhaltlich zu großen Teilen den sicherheitstechnisch katastrophalen Zustand des Albtraum-AKWs und bemängelte konkret das fehlende Containment (Schutzhülle), welches bei einem größeren Unfall oder Flugzeugabsturz verheerende Auswirkungen auf ganz Europa haben könnte. Das dennoch grüne Licht seitens der Kommission ist daher skandalös und völlig unverständlich, insbesondere da klar aus der Stellungnahme hervorgeht, dass Mochovce 3 & 4 ein massives Sicherheitsproblem darstellt.

In der Stellungnahme der EU-Kommission heißt es:

„Die Kommission hat sich bei ihrer Bewertung auf die besten verfügbaren Methoden gestützt und eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen empfohlen. Der Grund hierfür ist, dass die vom Investor vorgeschlagenen Reaktoren vom Typ WWER 440/V213 keine Volldruck-Containment-Struktur besitzen, wie sie bei der neuesten Auslegung von Kernkraftwerken, die in Europa geplant oder im Bau sind, verwendet wird.“

„Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass die betreffende Investition mit den Zielen des Euratom-Vertrags in Einklang steht, sofern die Empfehlungen der Kommission umgesetzt werden.“

„Positiv ist, dass die EU-Kommission eine noch nie da gewesene Reihe an Empfehlungen ausgesprochen hat. Der Hauptkritikpunkt der EU-Kommission, das fehlende Containment, kann nicht nachgerüstet werden. Daher muss die Folge sein, dass das Projekt sofort ad acta gelegt wird. Dass die Stellungnahme der Kommission dennoch positiv ausfällt ist ein schlechter Witz und wohl auf mangelndes Durchhaltevermögen und Kapitulation vor dem sicher massiven Druck der Atomlobby zurückzuführen.“, meint Elvira Pöschko, Obfrau des Vereins Antiatom Szene.

Die Mochovce-Reaktoren sowjetischer Bauart weisen ein Sicherheitsniveau der 1970-er Jahre auf, sind völlig veraltet und können nie auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden. Die slowakische Atomenergieaufsichtsbehörde bestätigte bereits vor längerem, dass wesentliche Sicherheitsnachrüstungen aufgrund der bereits fortgeschrittenen Bauarbeiten nicht durchführbar sind und das bedeutet im Klartext, dass die Empfehlungen der EU-Kommission nicht umsetzbar sind. Dies wiederum kann nur das Aus für Mochovce 3 & 4 zur Folge haben.

„Die schwerwiegende Kritik der EU-Kommission ist ein klarer Auftrag an die Bundesregierung, die nun gefordert ist, sowohl in der Slowakei, als auch beim italienischen Mehrheitseigentümer ENEL, den Ausstieg aus dem gefährlichen Projekt schnellstens einzufordern. Sollte die Bundesregierung nun noch immer keine entsprechenden Schritte setzen, macht sie sich der Gefährdung durch Mochovce 3 & 4 mitschuldig und demonstriert den besorgten BürgerInnen damit, dass sie deren Sicherheit nicht interessiert.“, schließt Pöschko.

Bereits im April erzielten wir einen großen Erfolg durch den Ausstieg der Ersten Bank aus der Mochovce-Finanzierung, welcher den Betreibern (SE und Enel) wohl klar vor Augen führte, dass sie selbst bei Finanziers kein Vertrauen in dieses Projekt erwecken können. Die noch nie da gewesenen Empfehlungen der EU-Kommission führen das sicherheitstechnische Fiasko rund um Mochovce vor Augen. In den letzen Wochen haben außerdem über die Website www.antiatomszene.info rund 2100 besorgte BürgerInnen online protestiert und EU-Kommissar Piebalgs ihren Unmut und ihre Sorgen über den geplanten Ausbau von Mochovce mitgeteilt.  

Anmerkung: Alle AKW-Projekte müssen der EU-Kommission gemeldet werden und diese gibt im Rahmen des Euratom-Vertrages eine Stellungnahme ab. Die Stellungnahme hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Genehmigung, ist aber ein wichtiges politisches Signal, sowie eine Orientierungshilfe für Finanziers.
Die Mochovce Reaktoren (Blöcke 3&4) rotten seit der Einstellung der Bauarbeiten in den 80-er Jahren vor sich hin.  Das Fehlen des Containments (druckfeste Schutzhülle) ist auch mit einem wesentlich verminderten Schutz gegen äußere Einwirkungen verbunden – seit den Ereignissen im September 2001 eine traurige Tatsache, die bedacht und aus der gelernt werden muss. Bereits durch den Absturz eines kleineren Flugzeuges kann es bei diesem Reaktortyp zur Zerstörung des Reaktorgebäudes und in der Folge zu einer nuklearen Katastrophe vom Tschernobyl-Ausmaß kommen.

Rückfragehinweis:

Elvira Pöschko, Antiatom Szene: +43 650 6660065

Weitere Infos: www.antiatomszene.info

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Antiatom Szene - Das Zukunftsnetzwerk gegen Atomenergie

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Tel. +43 650 6660065

Email:

Web: www.antiatomszene.info

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Letzte Aktualisierung ( 15.07.2008 )
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