Die Katastrophe von Tschernobyl (auch: Super-GAU von Tschernobyl) ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der Stadt Prypjat, Ukraine (damals Sowjetunion), als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschornobyl Block 4. Sie gilt – nach dem Unfall in der Kerntechnischen Anlage Majak 1957 – als die zweitschwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten.
Grundlegende Mängel in der Konstruktion des Reaktors sowie Planungs- und Bedienungsfehler bei einem Versuch schaukelten sich auf und bewirkten einen Super-GAU. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele Regionen Europas. Der Unfall führte bei einer nicht genau bekannten Zahl von Menschen zum Tod. Bei vielen Erkrankungen wird die Strahlung als mögliche Ursache angesehen. Dazu kommen psychische, soziale, ökologische und ökonomische Schäden. Über die zu erwartenden Langzeitfolgen besteht seit Jahren ein Streit auch unter Wissenschaftlern.
Nach der Katastrophe hatten hunderttausende Helfer, so genannte Liquidatoren, einen provisorischen Betonmantel, Sarkophag genannt, um den explodierten Reaktor errichtet. Dieser ist inzwischen an vielen Stellen gerissen und droht einzustürzen. Mit ausländischer Finanzhilfe soll deshalb in den kommenden Jahren eine neue Schutzhülle gebaut werden.
Bekannt ist die Katastrophe unter dem russischen Namen der Nachbarstadt Tschernobyl, da Russisch zum Zeitpunkt der Katastrophe Hauptamtssprache war. Der heute amtliche ukrainische Name der Stadt lautet Tschornobyl. Vereinzelt werden auch die englischen Schreibweisen Chernobyl bzw. Chornobyl verwendet.
Das Kernkraftwerk Mochovce (slowakisch: Atómové elektrárne Mochovce, kurz EMO) ist ein slowakisches Kernkraftwerk. Es liegt an der Stelle des Dorfes Mochovce (heute ein Gemeindeteil von Kalná nad Hronom) zwischen den Städten Nitra und Levice, in Okres Levice, 120 km von Bratislava.
Über den Bau des Kraftwerks wurde von der Regierung der damaligen Tschechoslowakei 1978 entschieden, die Vorbereitungsarbeiten fingen 1981 an und der eigentliche Bau begann 1984.
Am 15. Juli 2007 gab die Europäische Kommission die Stellungnahme zur Vollendung der Blöcke 3 und 4 des Kernkraftwerks ab. Die Kommission bemängelte erneut das fehlende Containment.[3] Slovenské elektrárne hat am 4. November 2008 den Ausbau von Mochovce fortgesetzt. Die Kosten der Vollendung der Blöcke 3 und 4 wird zirka 2,78 Milliarden Euro kosten. Im Dezember 2012 soll Block 3 ans Netz gehen. Block 4 soll im ersten Halbjahr 2013 folgen.[4]